Unerträglich

Ich schrieb hier vorgestern über Empathie und Medien. Die Medien sind in den letzten 48 Stunden noch unerträglicher geworden. Hetzjagd, die Suche nach einem Schuldigen in perverser Art und Weise.

Doch ich empfinde das irgendwie alles anders, als es früher noch der Fall war. Man sagt immer, dass bei der Geburt eines Kindes ein Schalter im Kopf umgelegt wird. Habe ich immer für Mumpitz gehalten, aber offenbar ist es bei mir tatsächlich auch der Fall. Das Problem dabei? Nicht nur das eigene Leid in der Familie wird schwerer erträglich, Menschen mit Empathie leiden auch generell anders.

Ich kenne jede dunkle Ecke im Internet, habe wohl schon so ziemlich alles gesehen, was verstörend und abstoßend ist. Früher machte mir das nur wenig Probleme, es gab eine Sensationsgeilheit, die ich auch meiner Person nicht absprechen möchte. Seit Max da ist, hat das irgendwie alles ein Ende. Tragödien, gleich welcher Art, belasten mich schwerer als es früher der Fall war.

Weil man sich nicht mehr nur die Frage stellt, was man wohl in der Situation denkt – sondern weil das Gefühl hinzukommt, was wohl wäre, wenn Familienmitglieder in schlimme Situationen geraten. Unerträglich, fast schmerzhaft. Es ist schon komisch, wie Freude, aber auch Leid so viel anders wahrgenommen wird, wenn man nicht mehr alleine durch das Leben geht.

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