Nie geht man so ganz

Es ist komisch. Viele Jahre bin ich nun aus der Heimat weg, aus meiner Geburtsstadt Dortmund. 77 geboren, zeigte Dortmund in meiner Kindheit und frühen Jugend ein ganz anderes Bild als heute. Doch es ist kein Spruch: du kommst von der Stadt nicht los, egal wie weit oder wie lang du weg bist. Noch heute vermisse ich die Stadt, den Spaziergang durch bestimmte Winkel, die ich heute noch besser kenne als den Ort, in dem ich wohne. Ich kann einfach keine echte Beziehung zu einer anderen Stadt aufbauen.

Dortmunder U

Verklärte Romantik, falsche Pott-Nostalgie? Ich weiss es nicht. Wer die Stadt von klein auf kennt, der sieht sie wohl mit anderen Augen. Der akzeptiert viel Veränderung, der kneift noch ein Auge zu. Mittwoch geht es wieder in die Stadt, die trotz aller Probleme und Hässlichkeit meine absolute Nummer 1 ist. Ja, so ein wenig freue ich mich, dann auch mal wieder durch die City latschen zu können. Einfach rumschauen, die Erinnerung im Kopf, die Reinoldikirche als Anhaltspunkt in der City vor Augen, das U am Horizont. Es gibt Dinge im Leben, von denen kommt man nicht los. Bei mir ist eines dieser Dinge die Liebe zu Dortmund, nicht nur aufgrund des Fußballs.

Bildquelle: Dortmunder U von moellerh auf Flickr unter CC 2.0

6 Kommentare

  1. Ich glaube das ist normal. Seit nun mehr als zehn Jahren lebe ich im Großraum Frankfurt am Main und trotzdem liebe ich meine Heimatstadt Gelsenkirchen. Freu mich bei Besuchen auf Plätze meiner Kindheit und genieße es. Dennoch sehe ich allein beruflich meine Zukunft in Hessen und nicht im Pott. Aber wie heißt es so schön „auf Kohle geboren“ und als Rentnerin geh ich vielleicht zurück

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  2. Kann ich nicht zu 100% nachvollziehen. Ich lebe nun seit über 10 Jahren im Allgäu, wegen meiner Frau, und stamme ursprünglich aus Nürnberg. Dennoch weine ich Nürnberg keine Tränen nach. Im Gegenteil, ich versuche seit geraumer Zeit Großstädte komplett zu meiden. Von allem zu viel. Zu viel Stress, zu viele Menschen, zu viele Autos. Zu Hause ist da, wo das Herz wohnt. Sagt man. Nürnberg ist schön. Nein, es war mal schön. Wenn man es als Aussenstehender betrachten kann, sieht man doch die Veränderungen mit anderen Augen, und sieht mehr und mehr Hässlichkeit, auch in den Winkeln, welche man früher ganz toll fand.

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  3. Wer die Stadt von klein auf kennt, der sieht sie wohl mit anderen Augen. Der akzeptiert viel Veränderung, der kneift noch ein Auge zu.

    Meiner Heimatstadt aus Kinder- und Jugendzeiten kann ich heute wenig abgewinnen. Nachdem ich aber selbst eine Zeit lang in Dortmund gelebt habe kann ich deine Gefühle voll nachvollziehen. Ohne mich besonders viel rumgetrieben zu haben kann man dieser Stadt viel abgewinnen.

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